Immer dem Flusse nach – Radfahren in Niederösterreich

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Erfrischend und erlebnisreich: Niederösterreichs Schönheiten lassen sich am besten radelnd erfahren – und am schönsten bei einer Tour entlang von Donau und Marchfeldkanal

Zahlreiche, idyllische Routen warten in Niederösterreich auf Genussradfahrer. Besonders erlebnisreich ist sicher eine Tour durch das UNESCO-Weltkulturerbe Wachau – auf dem bekannten Donauradweg, der 2014 sein 30-Jahr-Jubiläum feiert. Wer es hingegen lieber etwas stiller mag, dem sei der Marchfeldkanal-Radweg ans Herz gelegt, der ebenfalls „nah am Wasser gebaut“ ist.

Egal, ob man nun sportlich oder gemächlich in die Pedale tritt, auf den sieben Top-Radrouten, die sich über 1.200 Kilometer durch Niederösterreich schlängeln, gibt es viel zu entdecken: sonnige Weinberge und üppige Obstgärten, prachtvolle Stifte und imposante Burgen, aussichtsreiche Anhöhen und Ortschaften wie aus dem Bilderbuch, urige Heurige und gediegene Top-Restaurants. Neu dazu kommt demnächst der EuroVelo13 „Iron Curtain Trail“. Man kann ihm dann 9.000 Kilometer lang der ehemaligen Westgrenze des Warschauer Paktes und damit dem einstigen Eisernen Vorhang folgen, welcher Europa für nahezu ein halbes Jahrhundert von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer in Ost und West teilte. In Niederösterreich wird der EuroVelo13 auf teils schon vorhandenen Wegen wie der Kamp-Thaya-March-Radroute verlaufen, aber auch zu interessanten Streckenabschnitten über die Grenzen nach Tschechien, der Slowakei und Ungarn übersetzen.

Entlang der Donau

Gerade im Sommer ist es jedoch besonders schön und angenehm, an Flüssen und Kanälen entlang zu radeln. Wirken die doch nicht nur kühlend, sondern laden auch zu einer Rast mit (Fuß-)Bad ein. Besonders beliebt ist der Donauradweg, der 2014 sein 30-Jahr-Jubiläum feiert. Mit Wegverbreiterungen und neuen Beschilderungen begann seine Erfolgsgeschichte, mittlerweile befahren rund 600.000 Radler jährlich den perfekt ausgebauten, durchgehend und übersichtlich beschilderten Radweg. Er zählt damit zu den beliebtesten Radrouten Europas. Die landschaftlichen Reize, zahlreichen Ausflugsziele am Wegesrand und nicht zuletzt die für jedermann bezwingbaren Höhenunterschiede sind neben der guten Infrastruktur wohl die besten Argumente für eine Tour entlang des Flusses.

Abwechslungsreich

Rund 260 des insgesamt 1.200 Kilometer langen, europäischen Weges führen durch Niederösterreich – von Ybbs/Persenbeug im Westen bis nach Hainburg an der Grenze zur Slowakei. Die Strecke verläuft fast durchwegs auf Treppelwegen direkt am Fluss und bietet dabei viel unberührte Natur, spektakuläre Kulturlandschaften, romantische Städtchen, schöne Aussichtspunkte und alle paar Kilometer verführerische Möglichkeiten zum Rasten oder Übernachten. Das Weltkulturerbe Wachau, ein bezauberndes Flusstal und eine Weinregion von Weltrang, bietet sowohl am Nord- als auch am Südufer tolle Routen an. Edle Weine und Feines aus der regionalen Küche gibt es vielerorts zu genießen. Weite Aussichten bietet der Tullner Donauraum mit der Weinregion Wagram. Über 40 Schau- und Mustergärten gilt es in der niederösterreichischen Landesgartenschau Die Garten Tulln zu entdecken. Sehenswert sind auch das Stift Klosterneuburg, das übrigens heuer im Zeichen seines 900-Jahr-Jubiläums steht, und das Museum Essl für einen Abstecher zur Kunst. Zwischen Wien und Bratislava, in der Region Auland Carnuntum, bieten sich viele interessante Stationen voller Kultur und Natur wie der Archäologische Park Carnuntum und die Auenwälder des Nationalpark Donauauen. In letzterem ist der Radweg aus Rücksicht auf wandernde Tiere und die für das dortige Ökosystem wichtigen Bodenlebewesen nur streckenweise asphaltiert. Er besteht aus feinkörnigem, gewalztem Material, ist aber für Radfahrer problemlos befahrbar.

Leihräder aller Orten

Das Radlerparadies kann man übrigens ganz unkompliziert ohne Mitnahme eines eigenen Drahtesels erleben: Am niederösterreichischen Donauradweg stehen bis Ende Oktober bei insgesamt 87 Selbstbedienungs-Verleihstellen von Nextbike Räder bereit, die man unkompliziert via Handy freischalten und nutzen kann. Zurückgeben kann man die Räder an jedem anderen „Nextbike“-Radständer, wodurch es möglich ist, Wanderungen, aber auch Fähr-, Schiff- oder Bahnfahrten mit einer Radtour auf dem beliebten Donauradweg auf beiden Seiten des Flusses zu verbinden.

Idyllisch am Marchfeldkanal

Ursprünglich vor 23 Jahren zur Sicherung der Wasserversorgung im Marchfeld errichtet, hat sich der Marchfeldkanal zu einem wahren Naturbiotop für selten gewordene Tiere und Pflanzen entwickelt. Dieses Idyll kann man beim Radeln entlang des neu gestalteten Marchfeldkanalradwegs entdecken. Zusätzlich taucht man unterwegs in die Geschichte einer wenig bekannten Region ein und kann sich im „Gemüsegarten Österreichs“ mit Köstlichkeiten versorgen. Die 61 Kilometer lange Route zweigt vom Donauradweg ab und führt von Langenzersdorf bei Wien bis hin zum kaiserlichen Schloss Hof, stets begleitet vom ruhigen Wasser des Marchfeldkanals oder des Rußbachs. Spannende Inszenierungen und Landschaftsfenster entlang des Weges sorgen für Unterhaltung und informieren über die Menschen und die Region Marchfeld. Die Anbindung des Marchfeldkanalradwegs an den Donauradweg und den Kamp-Thaya-March-Radweg erlaubt die Ausdehnung der Tour.

Fünf Themenabschnitte

Der Marchfeldkanalradweg kann in fünf Themenabschnitten erradelt werden. Der erste Abschnitt ist dem Projekt Marchfeldkanal gewidmet, das dem Radweg seinen Namen gibt. Auf Teilstück zwei bewegt man sich auf geschichtsträchtigem Boden: 1809 kämpften hier die Österreicher gegen Napoleon, der in der blutigen „Schlacht am Wagram“ die Österreicher besiegte. Das Napoleonmuseum in Deutsch Wagram zeigt Exponate, die heute noch davon zeugen. Zwischen Markgraf Neusiedl und Leopoldsdorf im Marchfeld befindet man sich im „Gemüsegarten Österreichs“. Im Marchfeld werden von mehr als 700 Produzenten auf etwa 7.000 ha Gemüse, Obst und Feldfrüchte geerntet. Besonders bekannt ist das Marchfeld für seinen Spargel, aber auch für die Verarbeitung von knackigem Tiefkühlgemüse aller Art. Anschließend folgt man den Spuren der Großtrappe. Die Großtrappe zählt zu den schwersten flugfähigen und sehr seltenen Vogelarten der Welt. Eines ihrer letzten Rückzugsgebiete liegt im Marchfeld. Weiter führt der Radweg am Nationalpark Donau-Auen entlang. Früher ein bevorzugtes Jagdgebiet des Adels, ist der Nationalpark heute eines der letzten intakten Augebiete in Österreich. Letzte und besonders prächtige Station ist das barocke Schloss Hof. Hier lohnt es sich, Zeit für die Besichtigung der Prunkräume mit den originalen Möbeln, des wunderbaren mehrterrassigen Barockgartens und des Wirtschaftshof Meierhof einzuplanen.

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Bilder Radfahren in Niederösterreich

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Radfahren in Niederösterreich - Niederösterreich liegt im Nordosten Österreichs und besticht durch eindrucksvolle Natur- und Kulturerlebnisse. Die Donau durchzieht das Land: Nördlich liegen das urwüchsige Waldviertel sowie die lieblichen Hügel des Weinviertels. Südlich finden sich Obstgärten und voralpine Kuppen im Mostviertel, der Wienerwald und alpine Gipfel. Highlights entlang der Donau: der sagenumwobene Nibelungengau, die romantisch-elegante Wachau, das Tullnerfeld und das Römerland-Carnuntum.

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