Ratgeber – Verkehrsrecht beim Fahrradfahren

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Verkehrsrecht Fahrradfahren – was sollte man als Radfahrer im Straßenverkehr beachten

Die Nutzung von Radwegen ist nur bei Kennzeichnung per Schild verpflichtend

Als Fahrzeugführer besitzen Radfahrer sowohl Rechte als auch Pflichten, die in der Straßenverkehrsordnung (StVO) zum Teil speziell geregelt sind. So dürfen auf Sonderwegen für Radfahrer (Radweg) nur diese, jedoch keine Autos, Motorräder und Inlineskater fahren, Fußgängern ist die Benutzung untersagt. Auf benutzungspflichtigen Radwegen und mit durchgezogener weißer Linie abgetrennten Radfahrstreifen für nur eine Fahrtrichtung mit blauem Radwegschild müssen Radfahrer fahren, auf Radwegen mit aufgemaltem Fahrradsymbol ist die Nutzung optional. Auf nebeneinander verlaufenden gemeinsamen Rad- und Gehwegen dürfen Radfahrer nicht auf dem Gehweg fahren, auch nicht für Überholvorgänge. Auf Gehwegen dürfen Radfahrer mit einem Alter über zehn Jahren generell nicht fahren, vor Gericht bekommen Radfahrer auf dem Gehweg deshalb fast immer die Alleinschuld.

Auf der Fahrbahn sollte möglichst mehr als ein Meter Abstand gewahrt bleiben

Sonderregeln gelten für Gehwege und Fußgängerzonen mit dem Zusatzschild „Radfahrer frei“, auf denen Rad fahren in Schrittgeschwindigkeit (4 bis 7 km/h) erlaubt, aber nicht zwingend vorgeschrieben ist. Fußgänger haben allerdings auch auf solchen Gehwegen und Fußgängerzonen immer absoluten Vorrang und dürfen nicht behindert oder gar gefährdet werden. Fahren auf der Fahrbahn rechts am Fahrbahnrand ist erlaubt, wenn kein beschilderter Radweg existiert, es sollte ca. eine Autotürbreite Abstand (über 1 Meter) eingehalten werden. Der mit unterbrochener Linie abgeteilte Schutzstreifen ist alleinig für Radfahrer bestimmt, parken ist dort verboten. Auf Fahrradstraßen mit Zusatzschild dürfen alle Fahrzeuge nur maximal 30 km/h fahren, Radfahrer dürfen zu zweit nebeneinander fahren.

Ratgeber Verkehrsrecht Fahrrad

Sicherheit im Straßenverkehr mit dem Fahrrad geht vor – ein Ratgeber

Für Kinder auf dem Rad gelten je nach Lebensalter besondere Vorschriften

Auf Radwegen, Radfahrstreifen, per Zusatzschild freien Gehwegen, Schutzstreifen sowie Fahrradstraßen gilt für Radfahrer immer das Rechtsfahrgebot, Ausnahmen hiervon sind durch ein blaues Radwegschild für die linke Fahrtrichtung angezeigt. In Einbahnstraßen dürfen Radfahrer nur entgegen der Fahrtrichtung fahren, wenn diese per Zusatzschildern freigegeben sind, Autofahrer müssen auf entgegenkommende Radfahrer warten. Für Rad fahrende Kinder gelten nach Altersklassen gestaffelte Sondervorschriften, bis zum 8. Geburtstag müssen sie auf dem Gehweg fahren, bis zum vollendeten 10. Lebensjahr dürfen sie den Gehweg, Radweg oder auch die Fahrbahn benutzen. Für Radfahrer auf der Fahrbahn gilt die allgemeine Verkehrsampel, auf Radwegen muss die Radfahrerampel beachtet werden, so denn vorhanden.

Parken dürfen Radfahrer heute fast überall, Alkohol trinken sollten sie besser nicht

Beim Abbiegen müssen Radfahrer ihr Anliegen deutlich und rechtzeitig anzeigen, dazu gehört auch die doppelte Rückschaupflicht, beim Überholen anderer Radfahrer muss ein ausreichender Abstand eingehalten werden. Zum Verkehrsrecht Fahrradfahren zählt auch, dass Radfahrer auf breiten Radwegen sich untereinander nur dann überholen dürfen, nachdem sie den Überholvorgang durch Betätigung der Klingel angekündigt haben. Fahrräder dürfen gemäß der StVO am rechten Fahrbahnrand, auf Plätzen und Gehwegen sowie in Fußgängerzonen abgestellt werden, Fußgänger dürfen dadurch jedoch nicht behindert werden. Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, wenn sie den Verkehr dadurch nicht behindern, ab 0,3 Promille macht man sich als Radfahrer strafbar, ab 1,6 Promille begehen Radfahrer eine Straftat.

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Verkehrsrecht Fahrradfahren - „Wenn ich Alkohol getrunken habe, fahre ich nur noch Fahrrad!“. Ein Irrtum. Denn nicht nur alkoholisierte Autofahrer verlieren ihren Führerschein. Auch Radfahrer nehmen am Straßenverkehr teil. Sie stellen sogar ein besonderes Risiko dar, wenn Alkohol im Blut ist. Dann kommt der Gleichgewichtssinn ganz schnell außer Balance. Das Verkehrsunfallrisiko für alle am Straßenverkehr Beteiligte steigt. Nach einer ADAC-Statistik sind ein Fünftel aller im Straßenverkehr Schwerverletzten (20,6 %) und mehr als ein Zehntel (10,6 %) der Getöteten Radfahrer. Angesichts der Konsequenzen empfiehlt sich immer der Besuch beim Anwalt. Dies kann billiger sein, als aufgrund der eigenen, nicht überschaubaren Einlassung, Geldstrafen oder Bußgelder zu zahlen und mit Fahrverboten belegt zu werden.

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